Zwei weltweite beliebte Spirituosen, vor allem für Aperitifs: Es geht um Wermut und Bitter. Im ersten Fall handelt es sich um ein Getränk auf Weinbasis, im zweiten Fall um eine Mazeration bzw. einen Aufguss von Kräutern, Gewürzen und Wurzeln. Sie sind die unbestrittenen Stars der Happy Hour und bieten eine einzigartige Geschichte und interessante Fakten.
Wermut – alles was Sie wissen müssen
Der als Likörwein klassifizierte Vermouth wird mit Beifuß, Gewürzen, Kräutern und Blumen aromatisiert, denen dann für mehr Textur und Rundheit noch Alkohol und Zucker zugesetzt werden.
Der Wermut, den wir alle kennen, wurde in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts im Piemont, genauer gesagt in Turin, von Carpano erfunden. Der junge Mann hatte Kräutermedizin studiert und verwendete eine berühmte piemontesische Rebsorte als Grundlage: Moscato di Canelli. Schon bald wurde er zum offiziellen Getränk des savoyischen Hofes.
Innerhalb weniger Jahre entstanden mehrere Versionen, für die auch andere Rebsorten verwendet wurden. Denn Moscato di Canelli war zu kostbar und so begann man, andere Weißweine aus dem Piemont einzusetzen, wie beispielsweise Timorasso oder Gavi.
Aber was sind die Zutaten von Wermut? Nicht nur Wein (mindestens 75%), sondern auch Zucker, Ethylalkohol, Gewürze, Kräuter und verschiedene Aromen. So können neben dem bereits erwähnten Beifuß auch Enzian, Ysop, Holunder, Vanille, Majoran und Wacholder verwendet werden, um nur einige zu nennen. Denn die Herstellung von Wermut erfordert viel Gefühl, Geschmack und feinen Geruchssinn, um die richtigen Zutaten auszuwählen.
Je nach Zuckergehalt gibt es verschiedene Sorten: Wermut extra dry bzw. extra trocken mit weniger als 30 Gramm Zucker pro Liter, Wermut dry mit weniger als 50 Gramm Zucker, während Wermut sweet mit mehr als 130 Gramm Zucker der süßeste ist.
Je nach Farbe gibt es weiße Wermute, wie Vermouth Bianco Carlo Alberto Riserva Superiore, aber ebenso solche in Rosé und Rot.
Bei einer Temperatur von etwa 12 Grad, pur oder mit Eis, einer Orangenscheibe oder der klassischen Zitronenschale serviert, spielt der Wermut die Hauptrolle in einer weltberühmten Drink-Legende: dem Negroni. Und darüber hinaus in vielen weiteren, wie dem Americano, dem Martini-Cocktail oder dem Boulevardier, um nur einige zu nennen.
Bitter: Medizin und Bestandteil von Drinks
Ein alkoholisches Getränk aus verschiedenen Gewürzen, Kräutern, Rinden und Samen, das so gut wie keinen Zucker enthält. Bitter wird aus reinem Alkohol oder Weinalkohol hergestellt, der in diesem Fall durch Vordestillation von Trauben und anschließende Mazeration mit verschiedenen Kräutern gewonnen wird.
Ursprünglich wurde Bitter aufgrund seines hohen Alkoholgehalts für medizinische Zwecke zur Behandlung verschiedener Krankheiten verwendet, als es noch kein Penicillin gab. Deswegen stand auch der Geschmack nicht im Vordergrund und die bitteren Noten brachten ihm den Namen Bitter ein. Da der Bitter häufig von Soldaten und Seeleuten getrunken wurde, musste er außerdem wenig Platz einnehmen – daher die kleinen Flaschen – und konnte dann je nach Bedarf mit Wasser oder anderen Getränken verdünnt werden.
Im 19. Jahrhundert begann man, Bitter als Zutat für Drinks zu verwenden, insbesondere in den Vereinigten Staaten, um Drinks mehr Komplexität und Intensität zu verleihen. Old Fashioned, Manhattan, Martinez sind nur einige der Cocktails mit der herben Kraft eines Bitter. Wie der Wermut spielt auch der Bitter eine Hauptrolle im Drink par excellence: dem Negroni.
Viele Menschen fragen sich, was der Unterschied zwischen Bitter und Likör ist. In der Tat werden die beiden Produkte oft verwechselt, aber der Unterschied zwischen den zwei Getränken liegt eindeutig in der Menge des enthaltenen Zuckers.
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